STOFFENTWICKLUNG
FILMINHALTE
Zwar nutzen viele Menschen den Film, um sich von spektakulären
Attraktionen und starken Reizen stimulieren zu lassen, aber solche
Inhalte sind kurzlebig und lassen die Mehrheit der Zuschauer auf Dauer
unzufrieden zurück. Die Menschen wollen bewegende Geschichten. Sie sind
ein Grundbedürfnis auch in der modernen Medienwelt. Aber die Story ist
nur eine Seite des Filmerlebens. Für die Wirkung ist entscheidend,
welche Sinnentwicklungen damit im Erleben der Zuschauer erzeugt werden.
Erlebniswelten
Grundverhältnisse
Figurale Dramaturgien
Häufig werden Filminhalte mit Einzelheiten wie „Thema“, „Genre“ oder
„Charakter“ bezeichnet. Wirkungspsychologisch gesehen, sind solche
Benennungen jedoch unvollständig. Denn den Zuschauern geht es darum,
über Film ein ganzheitliches Erlebnis vermittelt zu bekommen. Sie sind
auf Verwandlungen aus, die sie mit Sinn und Seele einbeziehen und
unmittelbar spürbar machen, wie wunderbar und wie ungeheuerlich es in
der Welt zugeht. Hierbei ist der ganze Film - von der ersten bis zur
letzten Szene - bedeutsam. Filme modellieren komplette Erlebniswelten
und die Kinogänger bewerten die Filme danach, ob sie ihnen ein
bewegendes Erlebnis vermitteln oder nicht.
Grundverhältnisse sind Filmstoffe, die garantiert nicht veralten. Sie
haben den Film groß gemacht: Heil und Zerstörung, Macht und Ohnmacht,
Chaos und Ordnung, Vielfalt und Richtung, Wandel und Verbindlichkeit.
Von Dostojewskij stammt der Satz, die menschliche Psychologie sei ein
"Stock mit zwei Enden". Nichts ist einfach, alles hat wenigstens zwei
Seiten. Filme fesseln daher ihr Publikum, wenn die Story ein
spannungsvolles Grundverhältnis entwickelt: Zwei konträre
Sinnrichtungen, die einander brauchen oder miteinander kämpfen. Das Heil
wird bedeutsam in der Zerstörung, der Ruf nach Ordnung erwächst aus dem
Chaos, Ohnmacht gebiert den Wunsch nach Macht und Verbindlichkeit wird
gerade im Wandel aller Dinge zur Forderung. Breitet sich die eine Seite
des "Stocks" aus, beginnt die andere ihr Recht einzufordern. So entsteht
das bunte Spiel des Lebens. Und so unterhalten wirksame Filme die
Menschen.
Auch wenn ihre Geschichten nach allen Regeln der
Dramaturgie aufgebaut sind, wirken manche Filme dennoch flach und
linear. Sie lassen den für das Kino charakteristischen Zauber vermissen,
weil sie keinen Wirkungsraum eröffnen, in dem sich die Zuschauer tiefer,
differenzierter und bewegter erfahren können als im Alltag. Wirksame
Filme beziehen in eine figurale Dramaturgie ein. Sie modellieren das
Erleben zu Morphologien, die durch alle Einzelheiten und Szenen
hindurchgehen und auf diese Weise sowohl zur Vertiefung, als auch zur
Intensivierung des Erlebens beitragen. „Forrest Gump“ (USA 1994), zum
Beispiel, formt das Erleben der Zuschauer zu einer Art Lebensrad aus. Es
findet in der relativ unbeeindruckbaren Figur des Protagonisten eine
stabile Achse, an der die kurzlebigen Moden und Strömungen der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts Widerhalt finden.

Grundverhältnisse müssen nicht erfunden werden und
figurale Dramaturgien sind in den Filmstoffen oft bereits angelegt.
Viele Filme legen es darauf an, sie schon in der ersten Szene anklingen
und bis zum Schluss nicht mehr aus dem Auge zu lassen. Wenn Ihnen das
gelingt, entfalten sie eine ungewöhnliche Stringenz. Der Beratungsansatz
der Filmwirkungsanalyse spürt den Grundverhältnissen und Figurationen in
Drehbüchern und Konzepten nach, stellt sie explizit heraus und trägt auf
diese Weise dazu bei, die Wirksamkeit des Projekts zu optimieren.
EINSCHÄTZUNG
Aus über 200 Filmwirkungsanalysen entwickelte Dr. Blothner ein
ganzheitliches Instrument zur Einschätzung von Filmstoffen. Es ist
„ganzheitlich“, weil es sowohl Story und Plot fachkundig in den Blick
nimmt, als auch psychische und gesellschaftliche Bedingungen
berücksichtigt, unter denen Filmwirkung stattfindet. Das Instrument
analysiert Filmprojekte in Hinblick auf vier Gesichtspunkte ihrer
Wirkung.
Anziehungskraft l Unterhaltungswert I
Tiefenthema
I
Zeitbezug
Auch der beste Film muss zunächst die Aufmerksamkeit des Publikums
auf sich ziehen. Ohne Anziehungskraft hat er auf dem Markt keine Chance.
Filme können mit interessanten Themen, bekannten Namen, ansprechenden
Titeln und Schauplätzen für sich werben. Manche machen mit Sensationen
und Spektakeln auf sich aufmerksam. Nachdrücklich werben Filme auch mit
einem faszinierenden, inhaltlichen Verwandlungsversprechen. Damit können
sie in der zeitgenössischen Bilderflut am besten auf sich aufmerksam
machen.

Die Einschätzungskriterien bilden eine Pyramide. Deren
stabiles Fundament ist die Anziehungskraft. Die anderen Kriterien bauen
darauf auf.
Filme erzählen Geschichten, aber es kommt darauf an, sie wirkungsvoll
zu erzählen. Die Zuschauer haben eine hohe Sensibilität für
Erzählmuster. Sie spüren, wenn der Film das Ziel seines Protagonisten
aus dem Auge verliert. Sie langweilen sich, wenn sie im Dialog keinen
Subtext verspüren, werden unruhig, wenn die Handlung ihre Emotionen
nicht weiter bewegt und sie bleiben distanziert, wenn das Drehbuch ihnen
keine aktive Rolle bei der Rezeption zuweist. Gute Filmunterhaltung
lässt den „Seelenbetrieb“ der Zuschauer zur Höchstform auffahren.
Mit einer unterhaltsamen Geschichte ist schon viel gewonnen, aber
Wirkung lässt sich noch steigern. Mitreißende Filme bieten den
Zuschauern darüber hinaus ein Tiefenthema an. Damit sind
Grundverhältnisse gemeint, die auch das Leben der Menschen
strukturieren. Wenn ein Film ein solch universales Thema aufweist,
bekommt er eine Seele. Die Zuschauer haben das Gefühl, dass es um etwas
Bedeutsames geht. Sie können ihre eigenen Lebenserfahrungen in ihm
unterbringen und nehmen eine außergewöhnliche Erfahrung mit nach Hause.
Film ist ein Massenmedium. Für zwei Stunden schwört er die Seelen von
Millionen auf ein und dieselbe Sinnentwicklung ein. Er kann Antworten
auf Fragen geben, die aus dem Alltag der Menschen erwachsen. Aber die
Hoffnungen und Befürchtungen der Menschen ändern sich mit der Zeit, in
der sie leben. Vor der Jahrtausendwende bewegten sie andere Fragen und
Hoffnungen als heute. Wenn ein Film einen solchen Zeitbezug aufweist,
werden sich die Zuschauer vom Film verstanden fühlen und man wird in der
Öffentlichkeit über ihn diskutieren.
ENTWICKLUNG
Die Filmwirkungsanalyse schaltet sich ein bei der Entwicklung von
Filmstoffen. Sei es über eine Einschätzung und Optimierung von Ideen,
Treatments und Drehbüchern, sei es über die Erarbeitung von Konzepten.
Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Zuschauer gelegt. Ihre
seelischen Aktivitäten werden von Anfang an mit in den Blick genommen.
Serienkonzepte
l Adaptionen l Optimierung
Serienstoffe (Schauplatz, Berufsgruppe, Themen) bergen
Grundkonflikte, die es herauszuarbeiten und in ein Ensemble von Figuren
und in konkrete Storylines zu übersetzen gilt. Die Wirkungsanalyse hebt
solche inhaltlichen Wirkungsmuster heraus und erarbeitet aus ihnen den
Entwicklungsspielraum der Serie. Sie entwickelt authentische Figuren, an
denen er sich konkretisieren kann.
Manchmal legt es sich nahe, einen literarischen oder Filmstoff neu
aufzulegen. Die Schwierigkeit, die sich daraus ergibt, liegt in der
Konzentration auf wirksame Tiefenthemen und in der Anpassung des Stoffes
an den Wandel der Zeit. Die Filmwirkungsanalyse erarbeitet aktualisierte
und psychologisch vertiefte Adaptionskonzepte.
Drehbücher bilden die Grundlage zur Ausgestaltung von
Wirkungsprozessen. Die Beratung der Filmwirkungsanalyse hat diesen
Aspekt von Anfang bis Ende mit im Blick. Sie untersucht und optimiert
die Beziehung zwischen durchgängigem Tiefenthema und einzelnen Szenen
und achtet auf die Zeichnung authentischer und interessanter Figuren.
Darüber hinaus stellt sie an das Projekt die Frage, inwieweit es dem
Zuschauer eine aktive Rolle bei der Rezeption überlässt.
Die Ansätze der Filmwirkungsanalyse zur Entwicklung von Stoffen für
Film und Fernsehen kamen in den vergangenen Jahren bei zahlreichen
nationalen und internationalen Projekten zur Anwendung. Anfragen direkt
an
Dr. Dirk Blothner, Telefon +49 221-418223 oder
E-Mail:
blothner@filmwirkungsanalyse.de
FORTBILDUNG
In ihren
Seminaren vermittelt die Filmwirkungsanalyse Konzepte und Instrumente zur Gestaltung
fesselnder Wirkungsprozesse. Filmschaffende aus allen Bereichen der
Entwicklung und Produktion profitieren davon, Film konsequent aus der
Perspektive der Zuschauer zu verstehen.
Wirkung bewegter Bilder
l Stoffentwicklung l
Auf der Couch l
Kontakt
In dem dreitägigen Workshop geht es darum, Film aus der Perspektive
der Zuschauer zu verstehen und Instrumente zur Optimierung von
Filmwirkung zu erarbeiten. Er kann von Filmschaffenden aller Bereiche
besucht werden.
- Wie ein konkreter Spielfilm Szene für Szene wirkt
- Wie wirksame Filmszenen gestaltet sind
- Wie Filme das Publikum zum „Teil der Szene“ machen
- Wie Filme mit Grundverhältnissen spürbare „Tiefe“ schaffen
- Wie Filme aktuelle Zeitströmungen behandeln
Workshop 2
Stoffentwicklung für Film und Fernsehen
Der zweitägige Workshop vermittelt Konzepte zu einer wirkungs-
analytisch optimierten Stoffentwicklung. Er richtet sich an Redakteure,
kreative Produzenten und Producer.
- Wie man interessante Figuren entwickelt
- Wie man Tiefenthemen handhabt
- Wie man Zeitströmungen aufgreift
- Wie man die Zuschauer fesselt
- Wie man wirksame Serienkonzepte entwickelt
- Was bei Adaptionen und Remakes zu beachten ist
Workshop 3
Eigenproduktionen auf der Couch
In dem ein- oder zweitägigen Workshop werden Produktionen der
Teilnehmer in Hinblick auf Wirkungsprozesse analysiert. Auf diese Weise
lernen sie nicht
nur, ihr Publikum besser zu verstehen, sondern erarbeiten sich auch neue
Aspekte der Filmproduktion.
- Wie man den eigenen Film als Zuschauer betrachtet
- Wie man der unbewussten Wirkung auf die Spur kommt
- Wie man das Tiefenthema des eigenen Films erkennt
- Wie man Ansätze zur Optimierung aus Wirkungsprozessen ableitet
Die Workshops mit Dr. Dirk Blothner als Leiter können als
Inhouse Seminare gebucht werden. Idealerweise finden sie mit 8 bis 12
Teilnehmern statt. Rufen Sie einfach unter der Nummer +49 221-418223 an
oder schreiben Sie eine E-Mail:
blothner@filmwirkungsanalyse.de.
Dr. Dirk Blothner I
fon 49 221 418223 I
blothner@filmwirkungsanalyse.de I www.filmwirkungsanalyse.de